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Der Stier mit Jupiter, die Jungfrau mit Saturn.
Oben: Mitte März um 22.20 Uhr.
Unter: ein Monat später, zur gleicher Uhrzeit (Mitte April, 23.20 Uhr Sommerzeit)

Sterne, Saturn und Jupiter eilen der Sonne voraus

Wochen-, ja fast monatelang eine dicke Wolkendecke, das bietet uns spezielle Erfahrungen. Sieht man den Sternenhimmel wieder, muss man sich ganz neu orientieren. Viele Sterne kann man ja an ihrer eigenen Helligkeit und Farbe nicht wiedererkennen , bei denen muss man berücksichtigen, wie sie sich zum Sternbild, zum gesamten Sternenhimmel und zum Horizont verhalten. Das Wiederkennen braucht also mehr innere Tätigkeit, Umkreisbewußtsein, als wenn die Sterne jeden Abend da sind.
Gibt es noch ein Erinnerungsbild, staunt man, wie groß die Veränderung ist. Sterne, die hoch im Süden standen, finden wir Monate später zur gleichen Uhrzeit tiefer am westlichen Himmel. Die Bilder die dort standen, sind gar nicht mehr da. Das Bild, das allein oberhalb des östlichen Horizontes stand, befindet sich jetzt zwischen anderen Sternbildern. Es steht viel höher am Himmel und sein Anblick hat sich verwandelt.

Die Sterne drängen im Lauf der Nacht von Osten nach Westen fort, außerdem stehen sie mit dem Fortschreiten der Wochen weiter westlich auf ihren Himmelsbögen. Sie erscheinen immer früher am Osthimmel und gehen von Monat zu Monat zwei Stunden früher am Westhimmel unter. Die sogenannten sonnenfernen Planeten, der helle Jupiter und der gelbliche Saturn, eilen gemeinsam mit "ihren" Sternbildern vorwärts. Vergleichen Sie die Bilder: Stier und Jupiter befinden sich tiefer im Westen. Jungfrau, markiert durch die bläuliche Spica, und Saturn gehen früher auf.


Die sogenannten Fixsterne ziehen rascher von Ost nach West als die Sonne, die durchschnittlich 24 Stunden braucht. Die Sterne haben ihren Aufgang jeweils schon nach 23 Stunden, 56 Minuten und 4 Sekunden.
Während eines Jahres von 365 Sonnentagen gehen die Sterne 366 mal auf und unter. Saturn un Jupiter beschreiben jedes Jahr vier monatelang ihre Himmelsbögen sogar noch etwas schneller als die Sterne.

Elisabeth Vreede zufolge spiegeln solche makrokosmischen Rhythmen-Differenzen sich im Mikrokosmos. Gäbe es nur die Sterne, wäre da eine ewige Nacht mit jeweils gleichmäßigen Auf-und Untergängen, was bedeutete, Welt und Mensch wären wie ein Mineral. Die Sonne bietet dem schnellen Vorwärtsstürmen der Sterne Einhalt. Da der "Sonnentag" länger als der "Sternentag" dauert, sind Leben, Wachstum und Mannigfaltigkeit möglich – so ihre These.

Die Rhythmen-Differenzen spiegeln sich sowohl im Lebendigen, wie auch im Innern des Menschen. Zum Erkennen der Welt haben wir nicht nur den flinken Intellekt ("Sternenwelt"), sondern auch das Erleben ("Sonnenwelt"). Unser seelisches Aufnehmen des Lebendigen und seiner Mannigfaltigkeit, das braucht Extra-Zeit!
Die Erfahrung des Sternenhimmels nach monatelanger Wolkendecke hilft, diese Aussage zu verstehen: Für den gesunden Umgang mit Lebensprozessen müssen wir Menschen “Sonnenmenschen” werden. Denn hier ist die Aufgabe größer als nur das schnelle intellektuelle Erfassen, es braucht auch ein innerliches Erleben.

Lit: Elisabeth Vreede: Astronomie und Anthroposophie, Rundbriefe 2 und 3, Oktober und November 1927, Verlag am Goetheanum, Dornach (Neuauflage in Vorbereitung)

In: Lebendige Erde 3-4 2013

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